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F&A 02: Unscharfe Fotos, Aufklappblitz und Preisunterschiede bei neuer DSLR

In Teil 2 der Fragen und Antworten Serie beantworte ich Fragen zu Preisunterschieden bei Kameras, unscharfe Fotos bei neuer DSLR und wofür du den DSLR Aufklappblitz richtig einsetzt.

Ich freue mich immer, wenn ich Fragen per Mail an fragen@besserfotografieren.com oder auf der BF Facebook Seite zugeschickt bekomme. Damit alle Leser was davon haben, picke ich die interessantesten Fragen heraus und beantworte sie in dieser Artikelreihe. Hast auch du eine Frage? Dann zögere nicht und stelle sie am besten einfach auf der BF Facebookpage! Dort bekommst du nicht nur Antworten von mir, sondern auch von anderen Hobby-Fotografen.

In der neuen Artikelreihe „BF Fragen & Antworten“ werde ich die interessantesten Fragen von euch sammeln und einmal im Monat beantworten. So haben alle etwas von meinen Antworten. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und wie immer gute Motive vor deiner Linse :-)

Legen wir mit den Fragen los!

Frage 1 von Patrick: Ich habe eine neue Kamera - eine Canon 700D. Jetzt bin ich etwas enttäuscht, weil die ersten Fotos merkbar unscharf sind. Hätte mir von dem Upgrade eigentlich bessere, schärfere Bilder erwartet. Liegt es an der Kamera oder an mir?

BF: Danke für deine Frage, Patrick. Ich kann dich beruhigen, es liegt ziemlich sicher an dir. Als ich meine erste DSLR gekauft habe, hatte ich das gleiche, enttäuschende Erlebnis. Die ersten Fotos waren irgendwie nicht soviel besser, als ich mir das von einem Upgrade von einer 400 Euro auf eine 1700 Euro Kamera erwartet hätte.

Das eine bessere Kamera die Kreativität und den Blick für gute Motive nicht ersetzt war mir schon klar, aber aus technischer Sicht habe ich mir das erwartet. Immerhin machte ich damals einen Sprung von 8 Megapixel auf 18 Megapixel. Größerer Sensor und mehr Auflösung bringen schärfere, detailreichere Fotos.

Das stimmt in Wirklichkeit nur bedingt. Detailreicher, ja. Schärfer, nur wenn man weiß wie. Der größere Sensor gegenüber einer Kompaktkamera oder der Smartphonekamera bringt viele Vorteile. Er bringt aber auch mit sich, dass das Licht auf eine größere Fläche fällt und damit weniger stark gebündelt wird, als bei den Mini-Bildsensoren von Kompakten. Dadurch ergibt sich eine kleinere Schärfentiefe und das ist häufig eine Überraschung für DSLR Einsteiger. Bei der Kompaktkamera werden alle Bilder scharf egal, wie schlampig auf das Motiv fokussiert wird. Bei der DSLR geht das nicht mehr.

Was kannst du also machen, um schärfere Fotos zu bekommen? Bewusst scharf stellen und die Unschärfe als Gestaltungsmittel einsetzen oder wenn möglich etwas mehr abblenden, um die Schärfentiefe zu erhöhen. Bewusst scharf stellen bedeutet, dass du eines oder weniger Autofokuspunkte aktivierst und mit diesen nicht nur irgendwie auf dein Motiv scharf stellst, sondern auch auf den richtigen Punkt im Motiv. Bei Menschen und Tieren sind das die Augen.

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Frage 2 von Linus: Ich suche derzeit nach der richtigen DSLR für mich. Die Preisunterschiede machen mich etwas unsicher. Ist eine 1500€ Spiegelreflexkamera wirklich um soviel besser als eine Kamera um 700€? Vielen Dank für die Antwort!

BF: Schwierige Frage. Ob es der Preisunterschied wert ist, ist eine sehr individuelle Angelegenheit. In vielen Fällen wird es so sein, dass du am Ergebnis nicht erkennen kannst, ob das Foto mit einer 1500€ oder einer 700€ Kamera geschossen wurde. Oft ist in beiden Preisklassen sogar der gleiche Bildsensor verbaut.

Wodurch ergibt sich also der Preisunterschied? Einer der größten Unterschiede zwischen diesen Preisklassen liegt in der Verarbeitung und dem Gehäuse. Die teureren Modelle sind aus stabilerem Material gefertigt und besser gegen Umwelteinflüsse wie Feuchtigkeit und Staub geschützt. Das kann durchaus wertvoll sein, wenn du vor hast, deine Kamera nicht nur in der Wohnung zu verwenden.

Bei den fotografischen Features sind wesentliche Unterschiede meist im Autofokus System und der Geschwindigkeit der Kamera zu finden. Teurere Modelle können häufig mehr Bilder pro Sekunde schießen, als Einsteigerkameras. Beim Autofokus bringen Kameras im unteren Preissegment meist deutlich weniger Autofokuspunkte mit. Das wirkt sich vor allem in der Geschwindigkeit aus. Die 1500€ DSLR stellt schneller scharf, vor allem in dunkleren Situationen und kann auch bewegliche Motive im Dauerfeuermodus zuverlässig nachverfolgen.

Ob du Zusatzfeatures wie WLAN und GPS wirklich brauchst, musst du selbst entscheiden. Diese findest du auch eher erst in teureren Kameramodellen.

Eine letzte Unterscheidung befindet sich im Einsatzgebiet Video. Praktisch alle Einsteigermodelle bieten auch Full HD Aufnahmen an, allerdings gibt es hier oft deutliche Einschränkungen bei den Detaileinstellungmöglichkeiten und der möglichen Framerate.

Eine absolute Kaufempfehlung kann ich für die Canon EOS 70D aussprechen, welche ein sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis bietet.

Frage 3 von Sabine: Wofür ist der eingebaute Aufklappblitz bei DSLRs eigentlich zu gebrauchen?

BF: Danke für deine interessante Frage. Bei vielen Einsteigermodellen und semiprofessionellen Kameras, ist tatsächlich ein aufklappbarer Blitz eingebaut. In den High-end Profimodellen fehlt er hingegen.

Das legt den Schluss nahe, dass dieser Aufklappblitz eher ein „Spielzeug“ ist. Stimmt das aber wirklich?

Mit einem richtigen Speedlite oder einer Studioblitzanlage kann man diesen Blitz jedenfalls nicht vergleichen. Trotzdem ist er nicht völlig unnütz und wenn du den Schritt zum entfesselten Blitzen noch nicht gemacht hast, ist dieser eingebaute Blitz besser als gar keiner.

Richtig eingesetzt, kann dieser Blitz eine gute Sache sein. Falsch eingesetzt ergibt er diese typischen, verblitzten Fotos, die nicht besonders gut aussehen.

So setzt du den Einbaublitz richtig ein: Blitz einschalten/ausklappen und Kamera in den manuellen Modus LNK oder das halbautomatisches Programm mit fixer Verschlusszeit (S/Tv) schalten. Das Geheimnis ist nun, die richtige Verschlusszeit zu finden, um genügend natürliches Licht der Umgebung und aus dem Hintergrund einzufangen. Erfahrungswerte liegen hier bei 1/10 - 1/60s. Dieses Licht, lässt die Aufnahme stimmungsvoll wirken.

Der Blitz selbst hat in diesem Anwendungsfall nur zwei Funktionen. Erstens soll er das Hauptmotiv noch etwas aufhellen und zweitens friert der Blitz mit seiner kurzen Brenndauer eventuelle Bewegung ein. Damit wird das Hauptmotiv unabhängig von der etwas längeren Belichtungszeit ohne Bewegungsunschärfe abgebildet.

Vorsicht beim Einsatz einer Gegenlichtblende: Diese kann einen unschönen Schatten ins Bild werfen. Bei der Verwendung des Aufklappblitzes daher die Gegenlichtblende abnehmen.

Das war es mit den Fragen für heute. Danke an alle Fragesteller für die interessanten Fragen. Hast auch du eine Frage? Stelle sie jetzt!

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